Was ist Gaslighting?

Gaslighting bzw. "Begasleuchten" ist eine Form von psychologischem Missbrauch, bei der der Missbraucher seinem Opfer falsche Informationen gibt , so dass dieses die eigene Wahrnehmung in Frage stellt. Gaslighting ist eine der heimtückischsten und gemeinsten Formen emotionalen Missbrauchs.

 

Es treibt einen förmlich in den Wahnsinn, wenn die eigene Wahrnehmung ständig von den Eltern abgestritten und in Frage gestellt werden. Besonders schlimm ist es deswegen, weil es durch die eigenen Eltern geschieht, durch die Personen, die einem eigentlich Sicherheit geben sollten und zu denen man aufschaut. „Gaslighting“ lässt dich dein Vertrauen in deine eigenen Sinne, deine Erinnerung und deine Umgebung verlieren. Es bringt dich durcheinander, verunsichert dich und ist ein Auslöser für Depressionen.

Diese Taktik wird häufig von Menschen mit NPS, Psychopathie und Soziopathie eingesetzt.

 

 

 

Gaslighting kann auf viele verschiedene Arten angewendet werden:

 

  • die Eltern sagen dir, was du fühlst und denkst
  • sie sagen dir wie andere Menschen dich wahrnehmen (egoistisch, überheblich)
  • deine Körpersprache ist zu ausladend, zu schüchtern, zu verführerisch
  • sie sagen, du hättest etwas getan, an das du dich nicht mehr erinnern kannst oder was du selbst nicht wahrgenommen hast
  • ein Streit, ein Ereignis, eine Situation (durch deine Eltern ausgelöst) war deine Schuld
  • sie legen dir Worte in den Mund
  • du verhältst dich peinlich, unangebracht, zu laut, zu leise
  • sie streiten ab, dass etwas je passiert ist oder dass sie etwas je gesagt haben
  • wenn du sie auf ihr Verhalten ansprichst, finden sie die Schuld bei dir bis du dich letzten Endes bei ihnen entschuldigst
  • Sie reden dir ein, dass du in bestimmten Bereichen unqualifiziert bist bzw. bestimmte Talente nicht hast

 

Gaslighting ist besonders dann höchst wirksam, wenn die Eltern es einsetzen, um der Entdeckung ihres Missbrauchs zu entgehen. Während sie ihre Kinder an deren eigener Wahrnehmung zweifeln lassen, indem sie Kommentare wie „Wir wissen ja beide, dass du gewöhnlich überempfindlich reagierst!” oder „Hast du aber eine lebhafte Fantasie!” fallen lassen, nutzen sie diese Methode auch gegenüber außenstehenden Personen.

 

Sie werden hierbei Verleumdungen und Geschichten konstruieren, die sie anderen erzählen können, noch bevor du die Möglichkeit hast, von ihrem Missbrauch zu berichten. Die Glaubwürdigkeit der Kinder wird dadurch massiv reduziert, und oft erfährt das Kind Reaktionen wie: „Ach, das hat mir deine Mutter schon erzählt.”

Narzisstische Eltern haben Manipulation und Intrige meist ihr ganzes Leben lang praktiziert und ein Gespür dafür, wie sie unbemerkt auf zerstörerische Weise an narzisstische Zufuhr gelangen können. Sprechen Kinder vor anderen Menschen von unfairer Behandlung oder Schikane, werden die Eltern schnell eine „rationale” Erklärung bereit halten und das Kind zu einem späteren Zeitpunkt und scheinbar ohne erkennbaren Zusammenhang für ihr Vergehen bestrafen. Sie werden dabei sorgsam darauf achten, dass nur das Kind die Bestrafung auch als solche erkennt, für alle anderen wird es vollkommen aus der Luft gegriffen erscheinen, dass eine Verbindung zwischen beiden Situationen bestehen könnte.

 

Es kommt nicht selten vor, dass narzisstische Eltern verbreiten, ihre Kinder haben eine psychische Störung, sei psychotisch, schizophren oder gar gefährlich, wenn diese den Kontakt mit den Eltern reduziert oder abbrechen. Sie arbeitet daran, den Ruf des Kindes zu zerstören und die Menschen in ihrer Umgebung von ihrer liebevollen Hingabe und Sorge zu überzeugen.

 

Kinder, die den Missbrauch erkennen und versuchen, sich davon zu befreien, sind meist in der Rolle des Sündenbocks aufgewachsen und wurden häufig bereits seit ihrer Jugend und Kindheit als „Problemkind” abgestempelt. Da narzisstische Eltern oft grenzüberschreitend agieren und ihre Rolle als aufopfernde Eltern vor Menschen in ihrer Umgebung zelebrieren, haben diese Menschen nicht selten bereits von den „Problemen” des Kindes und der „hilflosen Verzweiflung” der Eltern gehört.

Da die Thematik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung an sich bereits kompliziert und vielschichtig ist und nicht in kurzen Sätzen erklärt werden kann, ist es für Opfer von narzisstischem Missbrauch höchst schwierig, sich zu erklären oder gehört zu werden.

 

Quelle: http://www.narzissmus.org

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0