10 Techniken eines Narzissten

Um seine Interessen durchzusetzen und die Macht über andere Menschen zu erhalten, bedient sich der Narzisst ganz bestimmter Kommunikationstechniken, um das Kind zu verwirren, zu lähmen und zu beherrschen. Er manipuliert sein Gegenüber durch Worte, aber auch durch Unausgesprochenes, mit Anspielungen und Täuschungen sowie mit Gesten und seiner Mimik. Das Kind wird so stark verunsichert, dass es seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen kann.

 

 

Der Narzisst hat ein ganzes Arsenal an Kommunikationstechniken, um seine Mitmenschen in die Knie zu zwingen, sie ihn ihrer Würde zu verletzen und ihnen seinen Willen aufzuwängen. Um emotionalen Missbrauch zu betreiben, kann er zu sehr perversen und skrupellose Methoden greifen, wenn seine charmanten und sanften Techniken keine Wirkung zeigen.

Methode Nr. 1: Der Narzisst kommuniziert nicht auf Augenhöhe

 

Er hört nicht zu und lässt sein Gegenüber nicht aussprechen. Unentwegt fällt er ihm ins Wort und korrigiert besserwisserisch dessen Aussagen. Möchte der andere auf die Argumente eingehen, dann verlangt der Narzisst, nicht ständig unterbrochen zu werden und endlich auch einmal aussprechen zu dürfen, obwohl er selbst derjenige ist, der ständig unterbricht und keine Widerrede duldet.

 

Solche Gespräche verlaufen oft sehr einseitig, weil sich der Narzisst in Monologen verliert. Für ihn ist die Situation klar und eindeutig. Er beurteilt oder verurteilt eine bestimmte Sachlage, belehrt ausführlich darüber, wie es besser hätte laufen müssen und wie es in Zukunft laufen soll. Er hört sich nicht die Meinung der Gegenseite an und lässt nur seine Perspektive gelten. Zugleich wird der andere auch noch für alles verantwortlich gemacht, was schief läuft, während der Narzisst jegliche Schuld von sich weist. Es wird nicht nach Kompromissen gesucht, sondern es finden nur Unterweisungen statt.

 

Methode Nr. 2: Der Narzisst nutzt die Gefühle des anderen

 

Lässt sich der Gesprächspartner aber nicht von seinem Standpunkt abbringen, dann kann der Narzisst sehr überzeugend in den Mitleids-Modus wechseln, indem er sich traurig, krank oder in sonst irgendeiner Art bedürftig und hilflos zeigt, so dass dem anderen der Wind aus den Segeln genommen wird und dieser schließlich wieder nachgibt und sich unterordnet.

 

Menschen mit einer gesunden Empathie haben in der Regel große Probleme, leidende Menschen ihrem Schicksal zu überlassen. Sie fühlen sich unbewusst aufgefordert, zu helfen und ihre eigenen Bedürfnisse nicht so wichtig zu nehmen. Diese an sich ehrenwerte Eigenschaft wird aber von dem Narzissten skrupellos missbraucht, indem er sein Leid meisterhaft inszeniert und so den anderen wieder auf seine Seite zieht.

 

Methode Nr. 3: Der Narzisst hat immer Recht

 

Der Narzisst unterstellt seinem Gegenüber, im Unrecht zu sein und die Problematik völlig falsch wahrzunehmen. Oder er bescheinigt ihm, ein schlechter und egoistischer Mensch zu sein, wenn dieser sich im Widerspruch zu den eigenen Vorstellungen und Wünschen verhält. Der Narzisst formuliert seine Wünsche auch nicht als Bitten, sondern als Forderungen, die meist auch mit unterschwelligen oder offenen Drohungen einhergehen: „Wenn Du jetzt nicht mit mir sprichst, kann ich ja gehen!“

 

Kritik wird auch sehr gerne verallgemeinert: „Du bist immer gleich so empfindlich!“ oder „Was regst Du Dich immer so auf?“. Ein Fehlverhalten wird nicht auf einen bestimmten Vorgang bezogen, sondern pauschal ausgesprochen. Auf diese Weise wird dem Kind suggeriert, in jeder Situation falsch zu reagieren und nicht nur ausnahmsweise oder vielleicht sogar berechtigterweise in einer bestimmten Situation.

 

Methode Nr. 4: Der Narzisst macht Andeutungen

 

Auch mit sarkastischen Bemerkungen muss immer wieder gerechnet werden: „Ich bin doch erstaunt, wie viel Du von Kochen verstehst, wo Du doch nie kochen möchtest! oder „Heute bist Du aber mal freundlich gewesen!“ Dieser beißende Hohn trifft zwar meist voll ins Schwarze, dennoch kann man im Zweifel den Narzisst keine böse Absicht unterstellen. Durch diese zweideutigen und indirekten Anmerkungen kann er sich jederzeit herausreden und dem anderen unterstellen, er würde immer alles gleich missverstehen.

 

Methode Nr. 5:  Der Narzisst deckt jeden Fehler auf

 

Die meisten Kinder von Narzissten können sich gar nicht vorstellen, dass ein Mensch so böse sein kann und hinter seinen schizophrenen Darstellungen reines Kalkül steckt. Sie glauben, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt oder sie lassen sich einreden, in der Tat an einer bestimmten Situation die Schuld zu tragen, die eine Kritik rechtfertigt. Nur irgendwann fällt es den meisten auf, dass sie in Gegenwart des Narzissten irgendwie immer Schuld sind. Jede Kleinigkeit, die mal schiefgehen kann, jedes Detail, das mal vergessen werden kann, jede Schwäche, die sich irgendwann einmal offenbart, nutzt der Narzisst, um den anderen zu kritisieren und zu demütigen, damit er sich selbst aufbauen kann.

 

Wenn das Kind etwas vergessen hat, geht doch nicht gleich die Welt unter. Das kann schließlich jedem passieren, selbst dem Narzissten. Wenn man es aber mit einem Narzissten zu tun hat, dann bekommt man jedes Missgeschick unverzüglich aufs Butterbrot geschmiert, während man es selbst nicht wagt, den Narzissten auf dessen Fehler anzusprechen, weil dieser dann gleich wieder übertrieben aggressiv und beleidigend reagiert.

 

Das bedeutet, dass sich im Laufe von Eltern-Kind-Beziehungen immer der andere auf Dauer zum Sündenbock entwickelt, der irgendwie alles verkehrt macht, während der Narzisst immer der Unfehlbare ist, der die eigenen Fehler geschickt kaschieren kann und sie elegant dem anderen in die Schuhe schiebt. Die Gegenseite wagt es dann nicht mehr, die Fehler oder Mängel, die so offensichtlich durch den Narzissten entstehen, anzuklagen und ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

 

Methode Nr. 6:  Der Narzisst verdreht alles

 

Narzissten spielen mit der Wahrheit, sie manipulieren, täuschen und lügen. Im Laufe der Zeit sind die Gesprächspartner nicht nur verwirrt, sondern regelrecht frustriert, weil der Narzisst versucht, ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf zu stellen und eine wahre Gehirnwäsche vornimmt. Außerdem haben Betroffene immer das Gefühl, nicht durchdringen und mit den eigenen Argumenten überzeugen zu können. Was immer er auch sagt, es kommt wie ein Bumerang zurück. Der Narzisst bezichtigt den anderen der Lüge, Unkenntnis, Verwechslung oder einfach nur der Dummheit. Auf jeden Fall sind die Äußerungen der Gegenseite so nicht hinnehmbar und müssen vom Narzissten oberlehrerhaft korrigiert werden.

 

Diskussionen können daher Stunden dauern und drehen sich immer wieder im Kreis, so lange, bis der Narzisst uneingeschränkt Recht bekommt. Wenn das Kind dann wider besseres Wissen diese eigentümlichen Ansichten und die wundersamen Auslegungen von allgemeingültigen Fakten entnervt bestätigt, dann werden sie auch noch belächelt: „Siehst Du! Jetzt hast auch Du es endlich verstanden!“ Dabei hat er aber nur seinen Argumenten zugestimmt, weil er endlich aus diesem Spiel aussteigen wollte – leider wieder mal als Verlierer.

 

Methode Nr. 7:  Der Narzissten streitet alles ab

 

Besonders häufig passiert es auch, dass sich der Narzisst plötzlich nicht mehr an eindeutige Sachverhalte erinnern kann und die Darstellungen anderer schlicht abstreitet. „Da musst Du Dich irren!“ oder „Da hast Du wohl irgendetwas missverstanden!“ oder „Du bist aber auch immer so vergesslich!“ sind dann häufig Aussagen des Narzissten, die dem Kind ein schlechtes Gedächtnis bescheinigen sollen. In der Regel weiß der andere aber genau, was er gehört und gesehen hat und wundert sich nur noch über das souveräne und dreiste Abstreiten von Tatsachen. Doch meistens bekommt er nicht viel mehr als die kalte Schulter des Narzissten gezeigt und bleibt mit seiner Wut über dieses arrogante Verhalten allein zurück.

 

Methode Nr. 8: Der Narzisst blamiert

 

Um dann sogar noch einen Gang höher zu schalten, bezieht der Narzisst häufig auch noch das Umfeld in  seine Strategie mit ein, um den anderen völlig zu zerstreuen. Wenn im Familienkreis beispielsweise auch ein Missverständnis auftritt und das Kind wieder einmal  durch Gedächtnislücken oder Unkenntnis auffällt, dann macht sich der Narzisst in aller Öffentlichkeit herzlich über die Schusseligkeit lustig. „Er ist ja so oft einfach nicht bei der Sache!“ oder „Er weiß oft gar nicht mehr, was er getan hat!“ Durch diesen sehr illoyalen Akt wird sehr effektiv die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit des Kindes untergraben, das dann zunehmend vom Umfeld isoliert wird.

 

Irgendwann sind dann Betroffene völlig aus dem Rhythmus. Sie wissen gar nicht mehr was richtig und was falsch ist, sie haben die Orientierung verloren und trauen ihren eigenen Sinnen nicht mehr. In der Folge unterlaufen ihm dann immer mehr Fehler, Missverständnisse, Ungeschicklichkeiten und Pannen, die ihm der Narzisst natürlich unverzüglich vorhält. Nur dann mit dem Unterschied, das der Narzisst nun tatsächlich Recht hat. Es ist, als wenn man darüber nachdenken muss, wie man eigentlich richtig auf den Beinen läuft und dann vor lauter bewusster Koordinationsabstimmung keinen Fuß mehr vor den anderen setzen kann.

 

Die meisten aber erkennen hinter diesen Mustern keinen emotionalen Missbrauch. Es sind für sie Beleidigungen, Beschimpfungen, Besserwisserei, Kritik und Demütigungen, die in zwischenmenschlichen Beziehung entstehen können. Das Abnormale und die unterschwellige Respektlosigkeit werden vielfach gar nicht wahrgenommen. Es wird nur all zu leicht entschuldigt und als ein allgemeines Missverständnis tituliert.

 

Die grausame Strategie hinter diesen perversen Kommunikationstechniken führt aber in den meisten Fällen dazu, dass Betroffene den gesunden Menschenverstand verlieren und sich mit der Zeit nicht mehr trauen, überhaupt noch Auseinandersetzungen mit den Narzissten zu führen, weil er ständig befürchten muss, verletzt zu werden. Manchmal tut es auch schon ein verächtlicher Blick, ein bestimmter Ton oder eine ausdrucksstarke Geste, um Widerworte zu töten.

 

Und vielfach ist es ja so, dass diese Formulierung durchaus auch von Nicht-Narzissten angewendet werden. Bei diesen Kommunikationstechniken geht es darum, Macht über andere zu bekommen oder zumindest einen Vorteil. In den meisten Fällen erfolgt dieses jedoch nur situativ, z.B. in Verhandlungsgesprächen. Doch Narzissten setzen diese Methoden gezielt und gehäuft ein, um ihre Kinder langfristig zu destabilisieren. Da es ihnen an Empathie mangelt, haben sie auch weniger Skrupel, diese Mittel unverfroren zum eigenen Vorteil einzusetzen und somit ihre Mitmenschen in die Defensive zu drängen. Da sie nicht in emotionaler Resonanz zu den anderen stehen, spüren sie auch nicht deren seelische Verletzung und können daher umso rücksichtsloser und grausamer vorgehen.

 

Methode Nr. 9: Der Narzisst bindet den anderen einen Bären auf

 

Dieses gemeine Vorgehen findet seinen Höhepunkt in dem sogenannten „Gaslighting“. Diese heimtückische Methode basiert darauf, das Kind durch die Manipulation von unscheinbaren Kleinigkeiten in den Wahnsinn zu treiben. Der Begriff geht auf den Spielfilm „Das Haus der Lady Alquist“ oder in der englischen Version „Gaslight“ zurück, in dem der Ehemann die Wahrnehmung seiner Frau zu beeinflussen versucht. Er dimmt die Gaslampe im Raum etwas herunter und auf den Einwand seiner Frau, es wäre dunkler geworden, entgegnet er nur, dass alles so wie vorher ist und dass sie sich das wohl nur einbilden würde.

 

Solche Spielchen können sich in vielen Beispielen wiederfinden: Er verlegt die Brieftasche und behauptet dann, dass sie das Kind verloren hätte. Oder der Narzisst soll für das Kind einen Apfel aus der Küche mitbringen und legt ihm dann eine Banane auf den Tisch. Oder man verabredet sich für 16.00 Uhr, der Narzisst erscheint aber erst um 17.00 Uhr. Jedes Mal wird der Narzisst seinem Kind unterstellen, etwas missverstanden zu haben und sich zu täuschen. Auf diese Weise verliert das Kind den Glauben an die eigenen Sinne und wird völlig durcheinander gebracht.

 

Methode Nr. 10: Der Narzisst attackiert

 

In noch dramatischeren Fällen kann der Narzisst auch zur Sabotage greifen, die schon zum Teil strafrechtlichen Charakter bekommen kann. Zum Beispiel zündet er das Wohnzimmer an, ausgelöst durch eine Kerze, die das Kind angelassen haben soll. Oder er serviert dem Kind ein Essen mit abgelaufenen Nahrungsmitteln. Wenn dieses sich dann übergeben muss, kann er wieder den fürsorglichen Wohltäter spielen. Solche Angriffe können auch die Gesundheit des Kindes nachhaltig gefährden, wie z.B. die regelmäßige Zufuhr von Giftstoffen, Stürzen durch scheinbar unbedachtes Anrempeln des Narzissten oder das Unterjubeln von Drogen in Getränken.

 

Diese Formen der Kommunikationstechniken sind oft so vielfältig, perfide und subtil, dass es zum einen kaum erkannt wird und zum anderen nicht geglaubt werden kann, dass ein Mensch bewusst so pervers handeln und einen emotionalen Missbrauch betreiben kann. Betroffene können einfach nicht wahrhaben, dass Sie solche Eltern haben, die zu solchen Taten fähig sind und die Kinder aus reiner Lust am Quälen in den Wahnsinn treiben möchten. Daher ist es immer extrem schwierig, ausreichend Abstand zu den Äußerungen des Narzissten und der eigenen Objektivität zu bewahren. Früher oder später beginnt jeder, an sich selbst zu zweifeln, es sei denn, man glaubt dem Narzissten einfach kein einziges Wort mehr. Ein Kontaktabbruch ist oft der einzige Weg, um sich aus den Fesseln eines Narzissten zu befreien.

 

Quelle: www.umgang-mit-narzissten.de 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anna (Mittwoch, 26 Juli 2017)

    Habe ich selber so erlebt. Habe nun den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. Seitdem geht es mir besser.

  • #2

    Martina (Montag, 30 Oktober 2017 15:36)

    Anna, so ging es mir auch mit meiner Mutter, 54 Jahre lang. Gestern hat sie uns in einem Wutanfall, weil ich es wagte, sie endlich mal zu kritisieren und ihr zu sagen, was sie tut und wie sie uns kaputtmacht, beinahe auf der Autobahn gegen die Leitplanke gefahren und andere Autofahrer bedrängt. Ich bin hinterher aus dem Auto gestiegen ohne sie nochmal anzusehen. Ich werde sie nie wieder sehen, keinen Kontakt mehr zu ihr aufnehmen, selbst wenn sie nun meinen Sohn und alle gegen mich manipuliert, wie sie es immer schon tat.